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Die Zukunft der AGVO – Vor-, Nachteile und Marktauswirkungen

Die allgemeine Gruppenfreistellungsverordnung für die Linienschifffahrt (AGVO, © European Union, https://eur-lex.europa.eu, 1998-2019) trat 2010 in Kraft. Sie läuft am 25. April 2020 aus, es sei denn, die Europäische Kommission beschließt, sie zu verlängern. Die AGVO regelt die Kooperationsvereinbarungen im Linienschifffahrtssektor von und nach Europa.

Allianzen, die den Wettbewerb einschränken, sind nach EU-Recht generell verboten. Unter bestimmten Bedingungen erlaubt die AGVO Kooperationsvereinbarungen von Reedereien, die darauf abzielen, gemeinsame Transportservices anzubieten. Ihr gemeinsamer Marktanteil sollte 30 % nicht überschreiten. Die Allianz sollte weiterhin ausreichend im Wettbewerb zu anderen Reedern oder Allianzen stehen. Sie sollte nicht genutzt werden, um Preise festzulegen, Marktmacht zu nutzen oder den Markt zu teilen. Ihr Ziel sollte es sein, Verbesserungen in Produktivität und Servicequalität durch Synergien und Erweiterung des Produktportfolios zu erreichen.

Sind diese Voraussetzungen erfüllt, sind die Allianzen vom Verbot wettbewerbswidriger Vereinbarungen gemäß Artikel 101, Absatz 1 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union (AEUV) ausgenommen.

Derzeit arbeitet die Europäische Kommission an einer Bewertung der zukünftigen Relevanz der AGVO. Vor- und Nachteile der AGVO werden lebhaft von den Marktteilnehmern diskutiert. Bis April nächsten Jahres muss entschieden werden, ob und unter welchen Bedingungen die AGVO ausläuft oder verlängert wird.

TIM CONSULT Seefracht-Experten bewerten die Vor- und Nachteile der AGVO

Es ist unser Ziel, unsere Kunden regelmäßig mit aktuellem Marktwissen zu versorgen. Unser Market Intelligence Initiative Global Ocean Transport Team hat daher eine kurze Analyse der aktuellen AGVO Situation realisiert. Wir präsentieren eine Zusammenfassung der Ergebnisse in diesem Artikel.

Die AGVO gibt den Schifffahrtsgesellschaften die Möglichkeit, ihre Aktivitäten zu rationalisieren und Skaleneffekte durch die Bildung von Allianzen zu erzielen. Das gemeinsame Angebot von Transportservices und der Austausch von Allokation auf fremdbereederten Schiffen ist für die Dienstleister effizienter, da so Überkapazitäten ermöglicht, die Anzahl der Relationen, die mit eigenen Schiffen angefahren werden, reduziert und die Differenzierung der Dienste eingeschränkt werden kann. Darüber hinaus fördert die AGVO den Wettbewerb, da es die Zugangsbarrieren vermindert und die Schifffahrtsgesellschaften auf mehr Strecken konkurrieren können. Reedereien können durch strategische Allianzen Ihren Service erweitern und müssen dafür kein eigenes Equipment einsetzen.

Mithilfe der Allianzen profitieren Verlader von höherer Produktivität, besserer Servicequalität und attraktiven Frachtraten.

Für Transportdienstleister bringt die AGVO organisatorische Vorteile. Sie unterstützt sie darin, die Rechtskonformität mit dem EU-Recht sicherzustellen. Allianzen zwischen Schifffahrtsgesellschaften in der EU können von den Kartellvorschriften ausgenommen sein, aber die Selbstbewertung ist weniger sicher und kann zu kartellrechtlichen Untersuchungen führen.

Schließlich könnte die Abschaffung der AGVO Wettbewerbsnachteile für Dienstleister bringen, die sich auf die Strecken innerhalb Europas fokussieren.

Durch die stärkere Verhandlungsposition der Dienstleister in den Allianzen stehen andererseits die Tarife für Häfen und Hafendienstleister vermehrt unter Druck. Terminals oder Serviceanbieter, die von den größten Allianzen genutzt werden, sind permanent überlastet, während andere nicht ausgelastet sind. Insbesondere Services mit hohen Volumina besitzen ausreichend Marktmacht um Terminalbetreiber zu Zugeständnissen zu bewegen, um eine Verlegung zu verhindern.

Während sich die reinen Frachtraten in den letzten zwei Jahrzehnten halbiert haben, wurden diese vermeintlichen Gewinne durch andere Preiserhöhungen wie z.B. Demurrage- und Detention-Gebühren aufgehoben. Darüber hinaus wurde die Servicequalität schlechter. Gründe hierfür sind niedrige Frequenzen, Slowsteaming, weniger direkte Hafenverbindungen und fehlende Servicedifferenzierung. Diese Veränderungen verursachen weitere indirekte Kosten, da das Funktionieren der Supply Chain insbesondere von der Qualität der Dienstleistungen abhängt.

Wenn die AGVO im April 2020 ausläuft, eröffnet dies den Behörden mehr Möglichkeiten, individuelle Vereinbarungen zwischen Schifffahrtsgesellschaften zu prüfen. Ungerechtfertigte wettbewerbsbeschränkende Auswirkungen könnten so aufgedeckt und wettbewerbswidriges Verhalten vermieden werden, um die Wettbewerbsfähigkeit der verladenen Wirtschaft zu sichern.

Wir sind sehr gespannt, was die Kommission nächstes Jahr entscheidet. Unsere Seefrachtexperten werden die weitere Entwicklung beobachten und Sie auf dem Laufenden halten.

Wenn Sie an dem detaillierten Bericht interessiert sind, kontaktieren Sie uns bitte. Wir informieren Sie gerne.

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